Faltungen

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Darstellung


Neben den drei »Hauptthemen« wird in jedem Kapitel zentral darüber verhandelt, was »Darstellen«, »Darstellung« oder »Repräsentation« heißt. Die Grundidee lautet, im Einklag mit den Theorien des 18. Jahrhunders und mit Marins Überlegungen zu représentation, Darstellen als die Beschreibung von Erleben zu fassen.

Gemeint ist folgendes. Besonders charakteristisch für Darstellungen ist, daß sie fixieren, was ein mögliches Erleben ist. Liest man einen Zeitungsbericht oder einen Roman, so wird man dazu angeleitet zu wissen, was geschieht, als hätte man es selbst erlebt. Dazu gehört eine gewisse Semantik der Augenzeugenschaft: Darstellungen können detailliert sind, liefern oft eine Position, von der aus betrachtet wird, und erlauben danach, über die »vorgefallenen Dinge« zu sprechen, als hätte man es selbst erlebt.

Auf diese Weise ist es möglich, in Anschluß an den faktualen Bericht über die Ehekrise von Freunden über die Gründe für diese Krise zu spekulieren. Genauso kann man nach Lektüre eines fiktionalen Romans über die Personen sprechen und denken, als hätte man den Ereignissen selbst beigewohnt. Man kann sich fragen, weshalb sich die Romanfigur doch in dieses Scheusal verliebt. Und so weiter.

(Eine Diskussion dieses Problems stelle ich im September auf dem Germanistentag in Marbach vor.)